Berlins beste Schulen
Freitag, den 6. März 2009Berlin ist eher berüchtigt als berühmt, was die Qualität und Sicherheit seiner Schulen angeht. Spätestens seit Rütli weiß eigentlich jeder, dass die Hauptstadt echte Probleme hat. Vor kurzem haben Berlins Kita-Erzieherinnen dem Senat ähnliche Probleme geschildert, wie sie die Schulen haben: zu viele Migrantenkinder, zuwenig Erzieherinnen, die sich mit ihrem Bildungsauftrag überfordert fühlen. In einer großen Dokumentation über die “Rügen”-Schule wurde der Republik vorgeführt, wie hoffnungslos die Lage ist. Hier wurden die Schüler bereits im Unterricht darauf vorbereitet, wie man seinen Tag kostengünstig herumbekommt. Denn selbst der Schulleiter ging davon aus, dass sogar die wenigen Schüler, die den Abschluss schaffen, hinterher keine Chance haben und Hartz IV beziehen werden.
Doch seitdem hat sich einiges getan. Unter anderem wurde der Wettbewerb “Starke Schulen” ausgeschrieben. Das ist ein bundesweiter Kontest der Hauptschulen, in dem es darum geht, Innovationen zu nutzen und die Schüler bestmöglich auf das Leben vorzubereiten. Neben einem deutschen gesamtsieger werden auch länderintern die besten Schulen prämiert. Der bundesdeutsche Gesamtsieger wird aus den Landessiegern gewählt und am 5. Mai von Bundespräsident Horst Köhler gekürt.
In Berlin gewann diesen Wettbewerb die Hufeland-Hauptschule in Pankow. Sie wurde von einer Expertenkommission ausgewählt, weil sie ihren Schülern eine besonders gute Berufsvorbereitung bietet. Und der Sieg war nicht selbstverständlich, denn die Voraussetzungen waren nicht besonders gut: Das Schulgebäude wirkt trostlos, die Räume sind in keinem guten Zusatnd und an Lehrmaterial mangelt es auch. Trotzdem konnte die Schule punkten, denn sie hat eine geringe Abbrecherquote, auch Jugendliche mit Mehrfachbehinderungen werden integriert und schaffen den Mittleren Schulabschluss und die Schüler werden bis ins Berufsleben begleitet.
Dieser Erfolg ist keine Glückssache. Die meisten Klassen, von denen keine mehr als 16 Schüler hat, werden von zwei Lehrern betreut. Unter den Schülern sind immer mindestens zwei bis drei Behinderte. Für ihren Sieg erhielt die Schule ein Preisgeld von 5000 Euro.
Den zweiten Platz erreichte die Carl-Friedrich-Zelter-Schule in Kreuzberg. Rund 92 Prozent der Schüler haben hier ausländische Wurzeln. Zur Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse gibt es an dieser Schule Lesepaten.
Wir gratulieren zu den Preisen und finden, dass viele andere deutsche Schulen bei den Teilnehmern Nachhilfe in Engagement nehmen könnten.
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